Jakob Ammann - Gründer der Amischen
Noch viele Fragen über das Leben und den Werdegang des Gründers der Amischen sind offen. Stück für Stück lüftet sich jedoch das Geheimnis über die Herkunft von Jakob Ammann:
Eine amische Familie
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In den Kirchenbüchern von Erlenbach ist zu lesen, dass Jakob Ammann als Sohn von Michael am 12. Februar 1644 getauft wurde. Als Zeugen werden Hans Tschabel, Christen Boshart und Salome Sultzinger aufgeführt. Jakob Ammann war das dritte Kind des Schneiders Michael Ammann seiner Frau Anna Rupp. Die Eltern wurden ebenfalls in Erlenbach geboren und auch dort verheiratet. Mindestens sechs Kinder entstammen dieser Gemeindschaft. Leider gibt es keine weiteren Angaben über Jakob's Kindheit und ob diese anders als bei anderen Kindern verlaufen ist.
Nach der Geburt seiner Schwester Anne im Jahre 1651 zog die Familie Ammann nach Oberhofen, am nordöstlichen Ufer des Thunersee. Konnten die Ammann's ein Haus erwerben, waren es berufliche Gründe, welche sie zu diesem Schritt bewegten? Wir wissen es nicht. In diesem Dorf am Thunersee kam der jüngste Sohn Ulrich zur Welt. Seine Mutter Anna war zu diesem Zeitpunkt bereits 48 Jahre alt. Der Taufakt ist in den Büchern der Kirchgemeinde Hilterfingen, zu dieser gehörte Oberhofen, von Pfarrer Christian Engelhard am 12. Januar 1662 festgehalten worden:

"[Von] Michael Amman unnd Anna Rupp [ist] ein Ulli getoufft, zeügen Hans Bur, alt Kilchmeyer, Ulli Rittschart unnd Madlena Rittschart"

Als Ulrich etwa 10jährig war, entschlossen sich die Eltern in ihr Heimatdorf Erlenbach zurück zu ziehen. Sie fühlten sich ausser Stande, ohne Hilfe der Kinder für den Hof zu sorgen. Ausser Catharina und Ulrich hatten alle Kinder das Elternhaus verlassen und waren anderswo beschäftigt.

Amische Schulstube
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Jakob Ammann blieb in Oberhofen. Dem Chorgerichts-Manual Hilterfingen ist zu entnehmen, dass er sich ans Chorgericht Hilterfingen wandte, um einen Kredit zu erhalten. Wollte er das Schneideratelier seines Vaters wieder in Stand stellen?

Ammann's Übertritt zu den Täufern war wahrscheinlich im Jahre 1679. Denn am 12. März 1671 war er Spender der Taufe von Uli Immer und Barbara Frutiger's Sohn Jakob und somit noch in gutem Einvernehmen mit der statlichen Kirche.

Amischer Hof
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Ein weiterer Beweis, dass Jakob Ammann in Erlenbach geboren wurde, ist ein Schreiben der Berner Regierung vom 4. Juni 1680 an die Behörden von Oberhofen, in welchem es hiess, dass Jakob Ammann "von Erlenbach" von der Sekte der Täufer infiziert wurde. Das bernische Gericht befahl daraufhin, nach Ammann zu senden, diesen zu befragen und zu versuchen, diesen auf den richtigen Weg zu bringen. Andernfalls würde Ammann an die Grenzen des bernischen Territoriums gebracht und aus diesem verbannt.
In Saint-Marie-aux-Mines, im Elsass, wo sich Ammann niederliess, fand er eine tolerante Regierung. Unter den Täufern selber herrschte mit der Zeit Uneinigkeit. Ammann und eine Gruppe Gleichgesinnter fanden, dass die Täufer zu liberal wurden. Unter der Führung von Jakob Ammann entstand 1693 eine neue, nach ihm benannte Gemeinschaft - die Amischen. Drucken>>
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